Die effiziente Behandlung der CMD-Schmerzsymptomatik bedarf einer umfassenden und sehr professionellen Diagnostik, beruhend auf den drei folgenden Säulen:
  1. Anamnese (Erfassung Ihrer Krankengeschichte)
  2. Röntgendiagnostik sowie
  3. klinische und instrumentelle Funktionsanalyse

1. Anamnese

Durch die Anamnese (Erfassung Ihrer Krankengeschichte) macht sich Ihr CMD-Spezialist in Herne ein umfassendes Bild von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Es gibt Krankheitssymptome, die zwar nicht unmittelbar Ihr Kauorgan betreffen, jedoch mit der Fehlfunktion Ihrer Kiefergelenke in Zusammenhang stehen können. So gehen Kiefergelenk-Beschwerden über die Kiefer-Nacken-Funktionskette häufig mit schmerzhaften Verspannungen im Hals-, Schulter- und Rückenbereich einher.

Eine wichtige Rolle spielt auch das seelische Befinden der Patienten, da sich seelische Stress-Situationen häufig in muskulären Verhärtungen manifestieren. In den Bereich der psychisch bedingten CMD-Symptome kann beispielsweise auch das nächtliche Zähneknirschen fallen, über das manche Patienten ihren Stress „abarbeiten“. Zähneknirschen führt nicht nur zu einer sehr starken Beanspruchung der Gesichts- und Kiefermuskulatur und Abnutzung des Zahnschmelzes, sondern belastet auch die Kiefergelenke. In sehr vielen Fällen mündet Zähneknirschen in eine craniomandibuläre Dysfunktion.

3d Röntgendiagnostik cmd

2. Röntgendiagnostik

Für eine sichere Beurteilung Ihrer Mund- und Kiefersituation sind hochauflösende digitale Röntgenaufnahmen unerlässlich. Für eine verbesserte Diagnostik der Kiefergelenke kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine Aufnahme im MRT-Verfahren oder eine dreidimensionale Röntgenaufnahme heranzuziehen. Dreidimensionale Röntgenaufnahmen können entweder mit dem Computertomographen (CT) oder dem Volumentomophen (DVT) gewonnen werden. Die Praxisklinik Herne verfügt über ein eigenes, modernes DVT-Röntgengerät. Damit lassen sich 3D-Röntgenaufnahmen deutlich strahlungsärmer gewinnen als mit einem Computertomographen (CT). Außerdem dauert eine DVT-Aufnahme nur wenige Sekunden – und das ohne das Gefühl der Einengung wie beim CT.

3. Klinische und instrumentelle Funktionsanalyse

Die Funktionsanalyse, mit der wir funktionelle Störungen im Kauorgan aufspüren, umfasst verschiedene manuelle (klinische) und technische (instrumentelle) Verfahren zur Untersuchung des Kauapparates und der Kiefergelenke. Sie dient als Basis für eine perfekt auf den Patienten abgestimmte Schmerztherapie. Die Diagnose “CMD” gewinnen wir über eine Vielzahl an Einzelschritten:

3.1 Klinische Funktionsanalyse

Klinische Funktionsanalyse in der CMD Diagnostik in NRW

Im Fokus der klinischen Untersuchungen stehen der Kauapparat mit Mundöffnung und Kiefergelenken, sowie die Stellung und Kontaktpunkte der Zähne, der Grad Zahnabnutzung und die Kau-, Gesichts- und Hilfsmuskulatur.

3.1.1 Klinische Untersuchung der Mundöffnung

CMD Check - Eingeschränkte Mundöffnung
Kieferfunktionsanalyse Mundöffnung ausreichend
  • Präsentiert sich die Mundöffnung symmetrisch?
  • Ist die Mundöffnung groß genug (> 38 mm), oder kann der Mund nicht weit genug geöffnet werden?
  • Verursacht das Öffnen des Mundes Schmerzen?
  • Gibt es Abweichungen gegenüber der normalen Öffnungsbewegung des Mundes wie zum Beispiel Verschiebungen des Unterkiefers nach rechts oder links?
  • Öffnet und schließt sich der Mund in einer weichen Bewegung oder eher abrupt?
  • Mundöffnung gerade?
  • Mundöffnung groß genug?

3.1.2 Klinische Untersuchung der Kau-, Gesichts- und Hilfsmuskulatur (Muskeldiagnostik)

Muskulatur Diagnostik Kiefergelenktherapie
Im Rahmen der klinischen Funktionsanalyse tastet der CMD-Spezialist die Kau-, Gesichts- und Hilfsmuskulatur seiner Patienten ab. Hierbei wendet er einen konstanten Druck an und kann auf diese Weise druck- und schmerzempfindliche Areale sowie Verspannungen und Verhärtungen aufspüren. Im engeren Sinn gehören zur Kaumuskulatur sämtliche Muskeln, die am Öffnungs- und Schließvorgang des Mundes sowie an den Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsbewegungen des Unterkiefers beteiligt sind. Auch die Muskeln und Sehnen im Mundes sowie die Kinnmuskulatur werden untersucht.
Muskeldiagnostik CMD Therapie
Die Hilfsmuskulatur, also die Hals-, Nacken- und Schultermuskeln mit ihren Dreh- und Neigungsbewegungen, werden ebenfalls einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Sie ist schließlich nicht nur für die Kopfhaltung verantwortlich, sondern unterstützt auch die Kaubewegungen.

3.1.3 Klinische Untersuchung der Kiefergelenke (Kiefergelenksdiagnostik)

Kiefergelenksdiagnostik schmerzen knacken kiefer
Im nächsten Schritt werden die Kiefergelenke untersucht. Der CMD-Experte tastet die Gelenke beim Öffnen und Schließen des Mundes ab, und zwar von außen und von den Innenseite der Ohren. Manchmal stellt der Zahnarzt dabei Knack- und Reibegeräusche fest, die von den Patienten als sehr unangenehm empfunden werden. Durch direkte Rückmeldung vom Patienten erfährt der CMD-Spezialist, an welcher Stelle es “hakt” und bei welchen Mundbewegungen Schmerzen entstehen.
3.1.3.1 Diagnostik des “Aufbisses” (Okklusion Diagnostik)
Okklusion Diagnostik Kontaktpunkte der Zähne

Bei einer stabilen “Zahnkontakt-Beziehung” stimmen die Kontaktpunkte der Zähne, so dass Ober- und Unterkiefer harmonisch aufeinander treffen. Ein harmonisches Zusammentreffen der Zähne ist für das Gleichgewicht des Kausystems, eine entspannte Kopfhaltung und die allgemeine orthopädische Stabilität von großer Bedeutung. Eine eingehende Okklusion Diagnostik deckt hier mögliche Störungen auf.

Beurteilt wird zuerst das Geräusch beim schnellen Mundschluss. Bestimmte Geräusche lassen schnell auf eine gestörte Okklusion schließen. Die wiederum kann häufig auf fehlende oder gekippte Zähne zurückgeführt werden.

Die Zahnkontakte beim Aufbiss und bei bestimmten Mundbewegungen werden mit einer farbigen Folie bestimmt, die zwischen die Zähne des Patienten gelegt wird.


3.1.4 Ergebnisauswertung

CMD Befund Auswertung der Diagnose
Nach Beendigung der klinischen Funktionsanalyse erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse und die Planung des weiteren Vorgehens. Hat Ihr Zahnarzt bei den Untersuchungen starke muskuläre Schmerzen und Verspannungen oder Zahnfehlstellungen festgestellt, wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit nötig. In diesen Fällen wird er Therapien eines Orthopäden, Physiotherapeuten oder Kieferorthopäden in sein Behandlungskonzept mit einbeziehen. Manchmal empfiehlt sich auch eine neurologische Untersuchung.

Lautet der Befund “CMD”, kann eine zusätzlich herangezogene instrumentelle Funktionsanalyse die Diagnose stützen. Weitere radiologischen Untersuchungen mit DVT, CT oder MRT können die Diagnose bestätigen bzw. andere Schmerzursachen ausschließen.


3.1.5 Modellherstellung

Im Vorfeld der sogenannten instrumentellen Funktionsanalyse werden auf Basis von Kieferabdrücken Funktionsmodelle von der Ist-Situation der beiden Kiefer hergestellt. Diese Modelle werden in zentrischer Lage der beiden Gelenkköpfe in den sogenannten Artikulator montiert, bei dem es sich um ein Gerät zur Simulation der Kieferbewegungen handelt. Die entsprechende Position beziehungsweise der Zusammenbiss wird vorher mit der sogenannten Biss-Registrierung bestimmt.

3.2 Instrumentelle Funktionsanalyse

Instrumentelle Funktionsanalyse beim Zahnarzt bei Verdacht auf CMD
Die instrumentelle Funktionsanalyse ist eine wichtige Ergänzung der klinischen Funktionsanalyse.
artikulator zahntechnik
Mit Hilfe von technischen Übertragungswerkzeugen wird die Bisssituation des Patienten auf Gipsmodelle übertragen, die zuvor in den sogenannten Artikulator montiert wurden. Im Artikulator können die Kiefergelenkbewegungen des Patienten außerhalb des Mundes simuliert und bewertet werden. Die Öffnungs-, Seitwärts- und Vorschubbewegungen werden dabei genauso analysiert wie die zentrale Bisslage.

4. Anpassung Aufbissschiene

Die anhand der Funktionsanalyse gewonnenen Ergebnisse und Daten dienen der Herstellung einer individuellen Aufbissschiene. Diese Schiene ist aufgrund ihres farblosen Kunststoff-Materials nahezu unsichtbar, kann also auch problemlos tagsüber getragen werden. Je länger die tägliche Tragezeit, desto schneller wird durch die Aufbissschiene eine Linderung der Beschwerden erreicht.
aufbissschiene cmd
Beim ersten Einsetzen der Aufbissschiene (Funktionsschiene, CMD-Schiene) werden der Zusammenbiss und die dreidimensionalen Kiefergelenkbewegungen mithilfe von Farbmarkierungen nochmals kontrolliert. Bei korrekter Anpassung wird ein normaler, störungsfreier Zusammenbiss erreicht. Später wird die Schiene in regelmäßigen Abständen kontrolliert und – falls nötig – neu angepasst. Details erfahren Sie unter “CMD Behandlung”.

Weshalb muss die Zahnschiene angepasst werden?

Jede Zahnschiene wird individuell hergestellt. Ihre Zahnschiene soll so genau wie möglich auf Ihre Zähne passen. Sie wird deshalb dem Zahnbogen exakt nachgeformt. Nur dann können die CMD Symptome bestmöglich gelindert werden. Dafür ist es selbstverständlich erforderlich, dass die Zahnschiene direkt einmal vor dem ersten Tragen angepasst wird. Das ist auch entscheidend für das Tragegefühl Ihrer Aufbissschiene.

Und schließlich muss der Sitz der Zahnschiene regelmäßig kontrolliert werden. Feine Abstimmungen und Anpassungen können dann direkt vom Zahnarzt hier bei uns in der ZPK Herne, Praxis für Zahnersatz und Implantologie, vorgenommen werden. Nur so ist gewährleistet, dass die Zahnschiene dauerhaft die Symptome der CMD beseitigt.

Stört die Zahnschiene im Alltag?

Damit die Zahnschiene Sie im Alltag nicht stört, ist gerade die genaue Anpassung erforderlich. Dann bedarf es in den meisten Fällen nur einer kurzen Zeit der Eingewöhnung, bis die Zahnschiene kaum mehr wahrgenommen wird. Da sie aus einem durchsichtigen Kunststoff gefertigt wird, fällt die Schiene im Alltag auch kaum auf.

Zahnschiene bei Zahnersatz?

Gerade bei Zahnersatz kann die Zahnschiene helfen, die Kronen und Brücken zu schonen. Selbst sehr hochwertige Zahnkronen leiden unter dauerhaftem Zähneknirschen, das dann langsam die Krone abreibt. Die Zahnschiene schützt Ihren Zahnersatz.