Die Präprothetik beschreibt sämtliche oralchirurgischen Maßnahmen, die ein Eingliedern von Zahnersatz in den Mund (z. B. Zahnimplantat, Prothese) erst ermöglichen oder den Sitz eines bereits bestehenden Zahnersatzes verbessern. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Funktionsrand beziehungsweise den Auflagebereich des Zahnersatzes zu optimieren. Zu den wichtigsten prä-prothetischen Maßnahmen zählen:

  1. Schlotterkamm-Entfernung
  2. Vestibulumplastik
  3. Fibrom-Entfernung
  4. Knochenkantenglättung, Entfernung von Knochenüberschüssen und Knochenexostosen
  5. Zungen- oder Lippenbändchen-Verlagerung
  6. Knochenaufbau

Entfernung Schlotterkamm

Der Begriff “Schlotterkamm” bezeichnet das verschiebliche, “schlotternde” Bindegewebe, das vor allem auf dem Oberkieferkamm entsteht. Es bildet sich durch Umbauprozesse des Bindegewebes nach dem Zahnverlust. Schlotterkämme sind eine unangenehme Folge von schlecht sitzenden Zahnprothesen. Mit der chirurgischen Entfernung des Schlotterkamms und durch Ergreifung weiterer Maßnahmen können wir den Sitz Ihres Zahnersatzes erheblich verbessern. Häufig nehmen wir die Entfernung des Schlotterkamms im Zuge der Vestibulumplastik vor.

Vestibulumplastik

Die Vestibulumplastik (Mundvorhofplastik) ist ein oralchirurgisches Verfahren, mit dem wir den fest verwachsenen Schleimhautstreifen zwischen Lippen beziehungsweise Wangen und Kieferknochen verbreitern können. Eine Vestibulumplastik ist in den folgenden Fällen angezeigt:

 

  • Es besteht eine Parodontitis. Die Zahnhälse liegen bereits stark frei, und ein weiteres Zurückweichen des Zahnfleischs soll verhindert werden.
  • Es steht eine Versorgung mit Zahnimplantaten an. Das umgebende Weichgewebe soll mithilfe der Mundvorhofplastik optimiert werden.
  • Für einen verbesserten Sitz einer Prothese soll die „Umschlagfalte“, also der Übergangsbereich zwischen dem fest auf dem Kieferknochen aufliegenden Zahnfleisch zur beweglichen Mundschleimhaut hin, tiefergelegt werden. Indem wir den Mundvorhof chirurgisch nach unten verlagern, erhöht sich gleichzeitig der Kieferkamm, wodurch für die Prothese eine bessere Passform erreicht wird.

 

Im Rahmen der Vestibulumplastik ist auch eine Schleimhauttransplantation denkbar. Hierfür nehmen wir Schleimhaut aus dem Gaumen, da es der Schleimhaut des Zahnfleischs sehr ähnelt. Im Zuge der Vestibulumplastik beseitigen wir häufig noch den Schlotterkamm.

Fibromentfernung / Lappenfibromen

Bei Lappenfibromen handelt es sich um kleine, lappenartige Wucherungen der Mundschleimhaut. Sie entstehen vor allem durch Reizung der Mundschleimhaut bedingt durch schlecht sitzenden Zahnersatze. Durch einen kleinen chirurgischen Eingriffen kann unser Zahnchirurg diese Fibrome sehr leicht entfernen. Hier hat sich der Einsatz des gewebeschonenden Dentallasers bestens bewährt.

Glättung von Knochenkanten

Beseitigung von Knochenüberschüssen (Osteoplastik)
Bei Verlust oder Entfernen von Zähnen bleiben manchmal scharfe Kanten im Knochen zurück. Daneben gibt es einen Kieferknochenüberschuss (Knochenexostosen), der angeboren ist. In beiden Fällen kann der Sitz Ihres Zahnersatzes beeinträchtigt werden. Durch Glättung des Knochens an den betroffenen Stellen können wir diesen Umstand beheben. DIe Zahnklinik Herne setzt für Knochenglättungen beziehungsweise für eine Osteoplastik das moderne, ultraschallbasierte Piezo-Verfahren ein. Mit dieser besonderen Technik können wir den Knochen bearbeiten, ohne Gefahr zu laufen, das umgebende Weichgewebe zu schädigen.

Durchtrennung von Zungenbändchen

Entfernung von Wangenbändchen oder Zungenbändchen.
Mitunter sitzen die aus Binde- und Muskelgewebe bestehenden Lippen- und Wangenbändchen (“Frenula”) so ungünstig, dass sie den Sitz einer Prothese beeinträchtigen. Ist beispielsweise der Lippenbändchen-Ansatz zu hoch oder breit, kann sich die Prothese sehr leicht aus ihrem Lager lösen. Eine Durchtrennung (Frenomie) oder Entfernung (Frenektomie) der Bändchen kann in diesen Fällen für einen festen Sitz des Zahnersatzes sorgen. Auch in diesem Bereich arbeiten wir bereits seit längerem sehr erfolgreich mit einem Dentallaser.

Knochenaufbau

Knochenaufbau Kieferknochen
Werden verloren gegangene Zähne nicht unmittelbar nach dem Verlust ersetzt, wird der Kieferknochen nicht länger durch die natürlichen Kaukräfte stimuliert. Hierdurch baut sich der Knochen in den betroffenen Arealen immer mehr ab.
Ein Kieferknochenaufbau kann insbesondere dann nötig werden, wenn für die Insertion von Zahnimplantaten nicht genügend Knochensubstanz zur Verfügung steht. Die Auswahl des Knochenaufbau-Verfahrens richtet sich nach Ihrer individuellen Mund- und Kiefersituation. Als “Knochenersatz” dienen sowohl körpereigener Knochen als auch Knochenersatzmaterialien.

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