Aphten im Mund?

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Was sind Aphten?

Gefährlich oder gar ansteckend sind sie zwar nicht, dafür umso unangenehmer für den Betroffenen. Denn Aphten sind schmerzhafte, von einem entzündlichen Rand umgebene Schädigungen der oralen Schleimhaut. Vorkommen können sie praktisch im gesamten Mundraum – sowohl am Zahnfleisch wie auch an Lippen, Rachenmandeln oder auf der Zunge. Bei gleichzeitigem Auftreten mehrerer solcher Stellen im Rahmen einer Erstinfektion spricht man oft von der Stomatitis aphthosa, Gingivostomatitis herpetica oder Mundfäule. Häufig wiederkehrende Aphten werden in der Fachsprache als chronisch rezidivierende Aphthose bezeichnet.
Wichtig: Treten Aphten gehäuft auf, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, da sie in Zusammenhang mit schwerwiegenden Erkrankungen stehen können.

Symptome einer Aphte:

  • Brennen
  • Entzündungen
  • Gelblich-weiße Stellen in der Mundhöhle
  • Schmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Selten auch Fieber

Aphten als Begleitsymptome anderer Krankheiten:

  • Darmerkrankungen (zum Beispiel Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie)
  • Ernährungsbedingte Defizite
  • HIV-Infektion
  • Morbus Behçet (seltene, entzündliche Gefäßerkrankung)
  • Neutropenie (Verminderung bestimmter weißer Blutzellen)
  • Sweet Syndrom (seltene Hauterkrankung)

Welche Formen von Aphten gibt es?

Solitäre Aphten treten einzeln auf und heilen normalerweise von alleine wieder ab. Kehren die Läsionen immer wieder zurück, spricht man von habituellen oder chronisch rezidivierenden Aphthen. Aphten werden in der Regel in Größe und Erscheinungsbild kategorisiert und in drei unterschiedliche Typen eingeteilt:

Minor-Typ

Bei kleineren Läsionen spricht man von sogenannten Minor-Aphten. Diese sind meist nur wenige Millimeter groß und zeigen sich als weißlich-gelbe, flache Schleimhautdefekte. Rund 80 Prozent aller betroffenen Patienten leiden unter dieser Form. Minor-Aphten heilen normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab.

Major-Typ

Werden die Läsionen deutlich größer, werden sie als Major-Aphten bezeichnet. In vielen Fällen dauert die Heilungsphase oft mehrere Wochen, wobei auch Narben zurückbleiben können.

Herpetiformer-Typ

Bei dieser seltenen Form treten viele kleine Aphten in Bläschenform auf. Betroffen sind vor allem die Zungenränder und die Innenseiten der Lippen. Aufgrund ihrer Erscheinungsform werden diese Aphten leicht mit einer Herpes-Infektion verwechselt. Herpetiforme Aphten sind oft sehr schmerzhaft, heilen aber in der Regel nach etwa zwei Wochen vollständig ab.

Was sind die Ursachen für Aphten?

Wenn es auch in unserer heute so aufgeklärten Welt seltsam klingen mag, aber die genaue Ursache solitärer Aphten ist nach wie vor unbekannt. Meist geht man von mehreren möglichen Ursachen aus. Zwar konnten Viren oder Bakterien bisher durchaus in Zusammenhang mit einer Aphte gebracht werden. So zählt ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise bei einem akuten Infekt, als häufigster Auslöser von Aphten. Daneben können einige Medikamente oder Störungen im Magen-Darm-Bereich ihre Entstehung begünstigen. Weiterhin kommen mechanische Reize, die zu oberflächlichen Verletzungen der Schleimhaut führen, als Ursache infrage. Hierzu zählen auch schlecht sitzende Prothesen, Zahnspangen oder dentale Schienen. Reiben oder drücken diese ständig am Zahnfleisch, können sich diese Stellen entzünden und Aphten entstehen.

Aphten – Ursachen im Überblick:

  • Erbliche Veranlagung
  • Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel bei Erkältungen
  • Hormonschwankungen
  • Nahrungsmittelempfindlichkeiten/-unverträglichkeiten wie beispielsweise bei Tomaten, Alkohol, Nüssen, Zitrusfrüchten
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Mangelerscheinungen, beispielsweise Mangel an Zink, Eisen, Vitamin B12, Folsäure etc.
  • Mangelnde Mundhygiene
  • Mechanische Reize wie schlechtsitzende Prothesen, Zahnspangen oder harte Zahnbürsten
  • Stress

Diagnose: Wie werden Aphten von einem Zahnarzt diagnostiziert?

Optik, Verlauf und Beschwerdebild sind bei Aphten im Normalfall so typisch, dass sie ohne besondere Hilfsmittel erkannt werden können. Als Behandlungsmöglichkeiten für die Linderung der akuten Schmerzen stehen eine Reihe von Schmerztherapeutika wie antibakterielle Mundspüllösungen, entzündungshemmende Salben, Lutschtabletten oder Gele mit milden Lokalanästhetika zur Verfügung. Am besten fragen Sie Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt nach geeigneten Hilfsmitteln. Heilt eine Aphte nicht innerhalb von zwei Wochen von alleine wieder ab, ist es ohnehin ratsam, seine Zahnärztin oder seinen Zahnarzt einen Blick auf die Erkrankung werfen zu lassen. Hierbei werden nicht nur die gesamte Mundschleimhaut sowie die Region um die Aphte genau untersucht, sondern auch das Beschwerdebild sowie die Essgewohnheiten abgefragt.

Bei Verdacht auf eine größere Erkrankung können außerdem weitere Untersuchungen nötig werden, um die Ursache für die Entzündungen herauszufinden. Möglich wären hier beispielsweise ein Abstrich, eine Blutentnahme, Gewebeprobe oder die Untersuchung weiterer Organe wie beispielsweise die des Darms.

Was sollte bei einer Aphte unter der Prothese getan werden?

Ist der Auslöser einer Aphte eine schlechtsitzende Prothese, können verschiedene Vorgehensweisen in Betracht gezogen werden. Manchmal reicht es schon, die Prothese an einigen Stellen zu unterfüttern, um wieder beschwerdefrei am gewohnten Leben teilzunehmen. Hat sich die Mundsituation jedoch sehr stark verändert, kann auch eine Neuversorgung nötig werden. Eventuell haben sich die eigenen Vorstellungen von den „Dritten“ und ihrer Befestigung ohnehin verändert und es schwebt Ihnen eine Neuversorgung Ihrer Prothese auf Implantaten vor, können entsprechende Behandlungsschritte eingeleitet und eine lange Leidensphase vermieden werden.
Wichtig: Befinden sich Aphten unter einer Prothese, sollte der Gang zum Hauszahnarzt zeitig erfolgen, um möglichst schnell und unkompliziert die gewohnte Lebensqualität wiederherzustellen.