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Implantologie

DVT - Digitale Volumentomographie

Die genaueste Vermessung Ihres Kiefers in 3D: Mit 3D-Diagnostik bietet sich auf der Basis von DVT oder CT Daten die Möglichkeit, exaktere Analysen des Kiefers und 3D-Ansichten zu erstellen.

Digitale Volumentomographie
implantologie3d teaser
Erklärung & Ablauf​

Volumentomograph (DVT) Ablauf der Untersuchung​

Ähnlich wie bei der Computertomographie oder der Magnetresonanz- tomographie ermöglicht die DVT (früher digitale, heute eigentlich dentale Volumentomographie) die Erzeugung von Schnittbildern. Ein digitaler Volumentomograph besitzt eine um 180 bis zu 360 Grad rotierbare Röntgenröhre und einen Flatpanel-Detektor oder einen Bildverstärker, über den die gemessene Strahlung mit Hilfe eines angeschlossenen Computers in Bilder umgewandelt wird.

Bei der Bilderstellung rotieren Röntgenröhre und Detektor bzw. Bildverstärker um den fixierten Patienten. Dabei werden sehr viele zweidimensionale Projektions-Einzelröntgenbilder erstellt und aus den gewonnenen Bildern ein dreidimensionales Modell errechnet. Daraus können Schnittbilder in allen Raumebenen sowie dreidimensionale Ansichten errechnet werden.

Bei diesem Röntgenverfahren werden zweidimensionale Schnittbilder Ihrer Kieferstrukturen am Computer zu einem dreidimensionalen Gesamtbild zusammengesetzt. Die 3D-Diagnosetechnik trägt wichtige Erkenntnisse zur Knochenbeschaffenheit und Knochenqualität bei, lässt aber neben Knochenvolumen und Knochendichte auch die Zahnwurzelpositionen, den Unterkiefernerv und außerdem die Nasennebenhöhlen bis in die Tiefe und im räumlichen Verhältnis zueinander klar erkennen.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete

Wann ist ein DVT sinnvoll?

Eine dreidimensionale Aufnahme ist nicht bei jeder zahnärztlichen Fragestellung notwendig. In vielen Fällen liefern herkömmliche zweidimensionale Röntgenaufnahmen bereits alle nötigen Informationen. Ein DVT setzen wir gezielt dann ein, wenn diese 2D-Aufnahmen für eine sichere Diagnose oder Behandlungsplanung nicht ausreichen. Also immer dann, wenn der Nutzen der räumlichen Darstellung die zusätzlichen Aufnahmen rechtfertigt.

Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Implantatplanung: Vor dem Setzen von Implantaten zeigt das DVT das genaue Knochenangebot, die Knochenqualität sowie die Lage wichtiger Strukturen wie des Unterkiefernervs oder der Kieferhöhle – die Grundlage für eine sichere, schablonengeführte Implantation.
  • Weisheitszähne und verlagerte Zähne: Liegt ein Weisheitszahn oder ein anderer Zahn verlagert im Kiefer, lässt sich seine genaue Position und der Abstand zum Nervkanal dreidimensional beurteilen – das senkt das Risiko von Nervverletzungen bei der Entfernung.
  • Wurzelbehandlungen (Endodontie): Bei komplexen oder gekrümmten Wurzelkanälen, schwer auffindbaren Kanälen oder unklaren Entzündungen an der Wurzelspitze kann das DVT die feine Anatomie sichtbar machen, die im 2D-Bild verborgen bleibt.
  • Kieferzysten, Entzündungen und Tumoren: Ausdehnung und Lage von Veränderungen im Kieferknochen lassen sich räumlich genau bestimmen.
  • Kieferhöhle: Beziehungen zwischen Zahnwurzeln und Kieferhöhle sowie entzündliche Veränderungen können beurteilt werden.
  • Unfälle und Verletzungen: Bei Verletzungen von Zähnen und Kiefer hilft das DVT, Frakturen und ihre genaue Lage zu erkennen.
  • Kieferorthopädie: In bestimmten Fällen, etwa bei verlagerten Zähnen, unterstützt das DVT die Planung kieferorthopädischer Behandlungen.

Ob in Ihrem Fall ein DVT sinnvoll und notwendig ist, wägen wir immer individuell ab – denn eine Röntgenaufnahme ist nur dann gerechtfertigt, wenn ihr Nutzen für die Diagnose schwerer wiegt als die damit verbundene Strahlenbelastung.

Strahlenbelastung

Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei einem DVT?

Wie jede Röntgenaufnahme ist auch ein DVT mit einer gewissen Strahlenbelastung verbunden. Im Vergleich der bildgebenden Verfahren ordnet sie sich folgendermaßen ein: Ein DVT verursacht eine deutlich geringere Strahlendosis als ein klassisches medizinisches CT des Kopfes, zugleich aber eine etwas höhere als eine herkömmliche zweidimensionale Zahnaufnahme.

Zur Orientierung einige typische Richtwerte (sie hängen stark vom Gerät und vom gewählten Aufnahmebereich ab):

  • Einzelzahn-Röntgen (digital): etwa 1 – 5 Mikrosievert
  • Panoramaaufnahme (OPG): etwa 10 – 20 Mikrosievert
  • DVT (Zahnbereich): etwa 70 – 200 Mikrosievert
  • CT des Kopfes: etwa 800 – 2.000 Mikrosievert

Zur Einordnung: Allein durch die natürliche Umgebungsstrahlung ist jeder Mensch in Deutschland im Schnitt etwa 2.100 Mikrosievert pro Jahr ausgesetzt. Ein Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Nordamerika oder Asien bringt rund 100 bis 200 Mikrosievert mit sich. Ein DVT liegt entsprechend in einer ähnlichen Größenordnung.

Damit die Belastung so gering wie möglich bleibt, nutzen wir moderne digitale Technik und beschränken den Aufnahmebereich auf die tatsächlich benötigte Region und prüfen vor jeder Aufnahme, ob sie wirklich erforderlich ist.

Differenzierung

DVT, CT oder klassisches Röntgen - was ist der Unterschied?

In der Zahnmedizin kommen verschiedene Röntgenverfahren zum Einsatz, die sich in Darstellung und Strahlenbelastung unterscheiden. Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von den Fragen ab, die geklärt werden müssen.
  • Klassisches Röntgen (2D): Einzelzahnaufnahmen und die Panoramaaufnahme (OPG) liefern zweidimensionale Bilder bei sehr geringer Strahlenbelastung. Klassische Röntgenaufnahmen sind das bewährte Standardverfahren für viele Fragestellungen. Allerdings überlagern sich dabei Strukturen, sodass die genaue räumliche Lage nicht immer erkennbar ist.
  • DVT (3D): Die dentale Volumentomographie erzeugt aus vielen Einzelaufnahmen ein dreidimensionales, überlagerungsfreies Bild des Kiefers. Dadurch lassen sich Abstände präzise messen und anatomische Strukturen wie Nervkanäle oder Kieferhöhlen sicher beurteilen. Die Strahlenbelastung ist höher als beim 2D-Röntgen, aber deutlich geringer als bei einem medizinischen CT.
  • Medizinisches CT (3D): Das aus der Klinik bekannte CT liefert ebenfalls dreidimensionale Bilder, ist jedoch auf die Darstellung des gesamten Körpers ausgelegt und mit einer deutlich höheren Strahlenbelastung verbunden. Für zahnmedizinische Fragestellungen ist es daher meist nicht erforderlich. Hier ist das DVT die schonendere Alternative.
Das DVT verbindet somit die räumliche Darstellung eines CTs mit einer deutlich geringeren Strahlenbelastung; ist aber kein klassisches CT, sondern ein eigenständiges, speziell für den Zahn-, Mund- und Kieferbereich entwickeltes Verfahren.
Ablauf

Wie läuft eine DVT-Untersuchung ab?

Eine DVT-Aufnahme ist unkompliziert, schnell und völlig schmerzfrei. Für die meisten Patientinnen und Patienten ist sie nach wenigen Minuten erledigt.

  • Vorbereitung: Vor der Aufnahme legen Sie metallische Gegenstände wie Brille, Schmuck oder herausnehmbaren Zahnersatz ab, da diese das Bild stören könnten.
  • Positionierung: Sie nehmen im Gerät Platz oder stehen (je nach Modell). Anders als beim medizinischen CT liegen Sie nicht in einer engen Röhre. Kopf und Kinn werden mit kleinen Stützen sanft fixiert, damit Sie während der Aufnahme ruhig bleiben können.
  • Die Aufnahme: Ein Arm des Geräts mit der Röntgenquelle dreht sich einmal langsam um Ihren Kopf. Dieser Vorgang dauert meist nur wenige Sekunden, in denen Sie einfach ruhig stehen oder sitzen bleiben.
  • Auswertung: Aus den Aufnahmen errechnet der Computer unmittelbar ein dreidimensionales Modell Ihres Kiefers. Wir können die Bilder direkt am Bildschirm betrachten, gemeinsam mit Ihnen besprechen und für die weitere Behandlungsplanung nutzen.

Die eigentliche Strahlungszeit ist dabei sehr kurz, und es wird, anders als beispielsweise bei einer MRT-Untersuchung, kein Kontrastmittel benötigt. Auch die bei manchen Untersuchungen gefürchtete Enge entfällt, was die DVT gerade für ängstlichere Patientinnen und Patienten gut verträglich macht.

Kosten

Was kostet ein DVT? Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Für gesetzlich Versicherte ist die dentale Volumentomographie in aller Regel eine private Selbstzahlerleistung, da es im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen für das zahnärztliche DVT keine eigene Abrechnungsposition gibt. Die Aufnahme wird daher privat über die Gebührenordnung (analog zur computergestützten Tomographie im Kopfbereich) abgerechnet.

Die Kosten für ein DVT liegen üblicherweise im Bereich von etwa 150 bis 250 Euro. Der genaue Betrag hängt unter anderem vom Aufnahmeumfang und vom Aufwand der Auswertung ab.

Bei privat Versicherten sowie bei bestimmten medizinischen Fragestellungen kann eine Kostenübernahme möglich sein. Die Übernahme richtet sich nach Ihrem individuellen Versicherungsvertrag bzw. der konkreten Indikation. Selbstverständlich klären wir Sie vor der Aufnahme transparent über die zu erwartenden Kosten auf, sodass Sie genau wissen, was auf Sie zukommt.

FAQ

Ist ein DVT gefährlich?

Nein. Wie bei jeder Röntgenaufnahme wird zwar Röntgenstrahlung eingesetzt, die Dosis bewegt sich aber in einem niedrigen, gut vertretbaren Rahmen, deutlich unter der eines medizinischen CTs. Da wir die Aufnahme nur dann durchführen, wenn ihr Nutzen die Strahlenbelastung überwiegt, ist das Risiko für Sie sehr gering. Eine notwendige Aufnahme sollte nicht aus unbegründeter Sorge unterlassen werden, da sie wichtige Informationen für Ihre Behandlung liefert.

In der Schwangerschaft verzichten wir nach Möglichkeit auf Röntgenaufnahmen und führen sie nur durch, wenn ein dringender medizinischer Grund vorliegt und keine Alternative besteht. Bitte informieren Sie uns daher unbedingt vor der Aufnahme, wenn Sie schwanger sind oder es sein könnten, ggf. lässt sich die Aufnahme verschieben.

Kinder und Jugendliche reagieren empfindlicher auf Röntgenstrahlung als Erwachsene. Deshalb stellen wir die Notwendigkeit einer Aufnahme bei jungen Patientinnen und Patienten besonders sorgfältig und zurückhaltend. Ist ein DVT im Einzelfall erforderlich, nutzen wir angepasste, dosisreduzierte Einstellungen.

Es gibt keine starre Obergrenze. Entscheidend ist, dass für jede einzelne Aufnahme eine medizinische Notwendigkeit besteht. Wir fertigen ein DVT also nur an, wenn es für Ihre Diagnose oder Behandlung wirklich erforderlich ist, und nicht als Routine.

Der wirksamste Schutz ist die Beschränkung der Aufnahme auf die tatsächlich benötigte Region und der Einsatz moderner, dosisarmer Technik. Zusätzliche Schutzmittel setzen wir dort ein, wo sie sinnvoll sind und die Aufnahme nicht beeinträchtigen. Wir beraten Sie dazu individuell.

Quellen
Bild von Fachlich geprüft durch: Dr. Rüdiger Mintert
Fachlich geprüft durch: Dr. Rüdiger Mintert

Dr. med. dent. Rüdiger Mintert MOM, M.Sc., M.Sc. ist leitender Zahnarzt der Zahnärztlichen Praxisklinik Herne. Sein klinischer Schwerpunkt liegt in der Implantologie und Oralchirurgie. Er gilt als anerkannter Spezialist für Implantologie im Ruhrgebiet und ist seit vielen Jahren leitend in der ZPK Herne tätig.

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